Autorentagebuch: Hier fängt die Reise an

Hier fängt die Reise an, genau an diesem Punkt. Ich schreibe ein Buch. Nun, eigentlich sind es sogar zwei Bücher. Und es sind nicht meine ersten, sondern Buch sechs und sieben. Ich stecke aber in einer neuen Situation, die es mir nicht gerade einfach macht, weiterhin an meinen Büchern zu schreiben. Deshalb möchte ich diesen Weg dokumentieren. Um aufzuzeigen, dass es Arbeit ist, ein Buch zu schreiben. Um zu zeigen, dass es trotzdem geht. Und nicht zuletzt, weil es Leute gibt, die mich auf meiner Reise begleiten und mir öffentlich in den Arsch treten, wenn ich nichts mehr blogge oder nur noch darüber blogge, dass ich nichts mehr schreibe.

Das interaktive Autorentagebuch

Ein Wunsch von mir ist es, dieses Autorentagebuch interaktiv zu gestalten. Das bedeutet: Ich erzähle etwas von mir und du erzählst etwas von dir. Deine Kommentare können meine Reise und meine Einträge beeinflussen, denn du schickst mich auf Wege, über die ich selbst vielleicht noch gar nicht nachgedacht habe. Einladen möchte ich hierbei zwei Gruppen: Andere Autoren und Leser.

Autoren

Du bist Autor? Dann bist du vermutlich selbst gerade auf einer Buchreise. Erzähl mir davon! Schreib mir in die Kommentare, was dich momentan auf deiner Schreibreise bewegt. Welche Probleme hast du, welche Erfolge, welche Tipps hast du vielleicht auch für mich und meine eigenen Hürden? Vielleicht hast du auch bestimmte Fragen zu dem ein oder anderen Schreibthema oder Kritik zu einer der Methoden, die ich austeste. In diesem Autorentagebuch können wir über alles Schreibrelevante sprechen. Und keine Angst: Nur, weil dieses Tagebuch dir antwortet, landest du nicht automatisch mit einer riesigen Schlange in der Kanalisation. Versprochen.

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Leser

Vielleicht bist du aber auch oder sogar ausschließlich Leser. Besonders dann möchte ich sagen: Herzlich Willkommen! Ich bin Ally und schreibe Bücher, die hoffentlich genau deinen Geschmack treffen! Wenn du auf einen Titel wie „Autorentagebuch“ klickst, erhoffst du dir vermutlich Einblicke in die Arbeit eines Autors. Wie entstehen all diese Figuren? Welche Gedankengänge fanden statt, als Seth oder Nick geschaffen wurden? Wie kam Luna in die Geschichte und wieso gibt es nur über Joshua einen Einzelband? Vielleicht denkst du aber auch einfach nur „meine Fresse, wie lange kann es bitte dauern, Savage 2 zu schreiben?“.

Wie auch immer deine Fragen lauten, was auch immer du gern erfahren möchtest: Schreib es in die Kommentare! Dieses Tagebuch soll ein ehrlicher Blick hinter die Kulissen sein und mit deinen Kommentaren kannst du die Richtung steuern. Also hau in die Tasten!

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Hier fängt die Reise an

Lass uns damit anfangen, uns etwas kennen zu lernen. Mein Name ist Alice und ich schreibe Urban Fantasy und Romantasy unter dem Pseudonym „Ally J. Stone“. Zusätzlich plane ich, bald unter dem Pseudonym „Nicky Barnes“ Romance Bücher zu veröffentlichen.

Aktuell arbeite ich an zwei Buchprojekten. Savage 2, die Fortsetzung zu Savage – Ruf der Instinkte* und meinem ersten Romance Band für Nicky Barnes.

Was sind meine Ziele?

Meine ersten anfänglichen Ziele sind recht bescheiden.

  • Savage 2 fertig stellen und veröffentlichen
  • Nickys erstes Buch fertig stellen und veröffentlichen
  • dafür sorgen, dass Bruderkrieg* endlich erste Rezensionen erhält
  • meine Buchverkäufe generell wieder ankurbeln

Was sind meine Probleme?

Als ich mit dem Schreiben anfing, hatte ich einen entspannten Job, in dem nicht viel zu tun war. Genauer gesagt habe ich mich den ganzen Tag eher gelangweilt und musste obendrein nur 36 Stunden die Woche arbeiten. Da war es natürlich sehr viel einfacher, all meine Kreativität in meine Bücher zu ballern (und den ganzen Tag auf Facebook zu netzwerken *hust*).

Der Vollzeitjob

Jetzt arbeite ich in einem Startup. Das bedeutet: Viel zu tun und dann noch mehr zu tun und wenn man damit fertig ist, gibt es noch mehr zu tun. Ich schreibe, recherchiere und lerne den ganzen Tag neues. Das ist schön, weil ich gern lerne, es ist aber vor allem auch anstrengend und fordernd. Wenn ich Abends nach Hause komme, bin ich dementsprechend ausgelutscht. Schreiben? Hahahahahaha. Mein normaler Abend sieht so aus: Essen, Couch, stupide eine Serie oder einen Film schauen, Bett. Das glamouröse Leben eines nebenberuflichen Autors.

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Was also tun? Morgens schreiben? Morgens möchte ich aber trainieren gehen, denn auch mein Training ist mir wichtig. Mein AuthorWing-Welpe C.C.Patricks wird inzwischen schon wahnsinnig, weil ich mein Training ständig von morgens nach abends und wieder zurück schiebe und dauernd von meiner Trainingsroutine erzähle (die ich eines Tages ganz bestimmt haben werde). An dieser Stelle: Sorry C!

Der fehlende Fokus

Bei mir sind so viele Baustellen offen, dass ich am liebsten an allen gleichzeitig arbeiten würde. Selbst während ich diesen Artikel hier schreibe, habe ich mich gerade um bestimmt drölfzig andere Dinge gekümmert. Ich habe meine Buchseite von stonebooks.de überarbeitet, weil die eine Überschrift nicht wie die anderen war. Ich hab überlegt, ob es nicht sinnvoller wäre, eine Landingpage pro Buch oder wenigstens pro Serie anzulegen und konnte mich gerade so davon abhalten, das nicht JETZT sofort umzusetzen. Dann hat mir der – Trennstrich, der in den Google Ergebnissen angezeigt wird, nicht gefallen. Ich habe ihn zufällig unter dem Editor gesehen. Also habe ich so lange WP durchsucht, bis ich ihn in | ändern konnte. Dabei habe ich auch gleich meine Links von Titel und Tag auf nur Titel geändert und auf meiner Nicky Barnes Facebookseite ein neues Bild eingestellt, das ich am Laptop von meinem eigenen Instagramkanal geklaut hab (japp, das geht, wenn man weiß wie).

Natürlich konnte ich das Bild nicht nur einfach so einstellen, denn ein Text musste auch her – schließlich will ich ja wieder mehr Marketing machen:

Ablenkungen lauern überall und am schlimmsten sind die „geht doch ganz schnell“ Sachen, die unbedingt sofort fertig sein müssen. Schließlich kann ich dir schlecht die Nicky Seite verlinken, wenn sie dann doof aussieht oder?

Das Problem an all diesen Ablenkungen ist, dass sie tatsächlich schnell umzusetzen sind. Aber eine führt zur nächsten und am Ende des Tages hast du viel getan, wenig konstruktives geschafft und vor allem null Wörter geschrieben.

Keine Lust

Das dritte und vorerst letzte große Problem: Ich habe oft einfach keine Lust. Merkst du, dass trotz eines Fulltime-Jobs und all meiner anderen Projekte die Zeit keines meiner Probleme ist? Ich glaube nämlich daran, dass wir alle nur 24 Stunden pro Tag haben. Und das es einen Grund dafür gibt, wieso manche Menschen erfolgreicher ihre Ziele umsetzen, als andere. Sie legen schlicht ihre Prioritäten fest und handeln dann nach ihren Standards. Sie jammern nicht über Probleme, sie finden Lösungen und setzen diese um.

Deshalb habe ich aufgehört, die „ich habe keine Zeit“ Lüge zu benutzen. Wenn ich etwas nicht tue, dann suche und benenne ich den ehrlichen Grund. Ich habe vor und nach der Arbeit Zeit zum Schreiben. Ich habe auch an den meisten Wochenenden Zeit. Ich bin oftmals nur eben ausgebrannt oder habe schlicht keine Lust.

Warum ich trotzdem schreiben will

An dieser Stelle könnte ich es eigentlich beenden und sagen: Du hast keine Lust zum Schreiben, also ist der Ausflug ins Thema „Autor“ nun wohl vorbei. Warum ich es nicht tue? Weil ich nicht kann.

Vielleicht hast du schon von meiner Autoren-Community AuthorWing gehört. Ist dir schon einmal der (zugegebenermaßen recht neue) Slogan aufgefallen?

authorwing.de

Wenn du nicht aufhören kannst, dann bist du Autor/Autorin. Dieser Slogan stammt von mir, weil er genau das widerspiegelt, was ich selbst empfinde. Ich habe in meinem Leben oft versucht „vernünftiger“ Arbeit nachzugehen. Ich habe mir oft eingeredet und vor allem einreden lassen, dass das Schreiben nur ein Hobby sein und bleiben sollte. Dass Schreiben keine Zukunft hat und Schriftsteller immer am Existenzminimum leben müssen, weil das schon immer so war.

Weißt du was passiert ist? Ich wurde richtig richtig unglücklich. Und ich kehrte immer wieder zum Schreiben zurück. Ich fing an zu bloggen, ich fing an, Tagebuch zu schreiben, ich sammelte Notizen für Bücher, die ich niemals schreiben würde und ich fing an, die Reihe „Geliebtes Blut“, mit den Büchern Blutsbande, Schattenwolf und Bruderkrieg zu schreiben. In meinem Kopf. Ich erschuf Rassen, ich schrieb kurze Texte auf englisch, nur in meine Notizbücher und nur Fragmente. Sichtweisen einzelner Figuren, kaum ein Moment aus ihrer Geschichte, der doch so viel erzählte. Ich schrieb sogar „Scrapbook-Texte“ zu Kim, einer Figur aus Twilight, die über Bella, Edward und Jacob nachdachte. Ich schrieb auch andere kurze Texte und habe inzwischen ein ganzes Buch voll davon (wenn du etwas davon lesen möchtest, schreib es in die Kommentare, ich teile sie gern mit dir).

Ich kann nicht aufhören, ganz einfach. Weil ich eine Autorin bin, eine Bloggerin und auch mit dem Gedanken spiele, Podcasterin zu werden. Ich bin nicht nur Alice, ich bin auch Ally. Und ich bin auch Nicky.

Ich bin Autorin. Und deswegen werde ich verdammt noch mal einen Weg finden, auch als solche zu leben. Schreib mir deine Fragen, Gedanken und eigenen Erfahrungen als Autor oder Leser in die Kommentare und lass uns diesen Weg gemeinsam gehen.

Was also tun?

Ausprobieren. Ich werde einfach immer wieder neue Wege probieren, alte neu kombinieren und so lange nach meinem Rhytmus suchen, bis ich ihn gefunden habe.

Lernen. Ich werde aus meinen Fehlern lernen, aus deinen Erfahrungen und Empfehlungen, aus dem was klappt und was nicht klappt. Und ich werde wieder vermehrt Blogartikel und Zeitschriften zu dem Thema lesen. Allen voran den Selfpublisher und die Federwelt, die seit ungefähr einhundert Jahren auf meinem „zu lesen“ Zeitschriftenstapel liegen.

Konkret bedeutet das …

Ich werde mein Training fürs erste doch wieder auf den Abend verlegen. Mein Tag beginnt ohnehin um fünf Uhr, weil ich mit meinem #team5am vor der Arbeit etwas schaffen will. Ich hab gemerkt, wenn ich länger schlafe und dann „nur“ zur Arbeit gehe, bin ich den ganzen Tag unproduktiv und muss mich wirklich angestrengt durch die Arbeitsstunden schleppen. Es ist sehr viel einfacher, den Tag anzugreifen, wenn ich früh schon etwas schaffe.

Außerdem werde ich wieder jeden Tag schreiben. Und wenn es nur zehn verdammte Wörter sind. Hauptsache, im Manuskript geht es weiter.
Das aktuelle Manuskript, an dem ich hauptsächlich arbeite, wird Savage 2 sein, denn dort gibt es Leser, die schon ungeduldig warten – und das zurecht, denn „Savage – Ruf der Instinkte“ kam im Dezember 2016 raus.

Der Autor – Ein Leben am Existenzminimum

Ich wäre nicht Ally, wenn ich zu dem Punkt „als Autor hast du niemals Geld und musst immer arm sein“ die Klappe halten würde. Es ist nämlich ein Glaubenssatz und vor allem ein gefährlicher. Weil er mich und viele andere Autoren davon abhält, wirklich viel Zeit und Kraft (und ja, an den richtigen Stellen auch Geld) in ihre Bücher und ihre Leidenschaft zu stecken. Weil wir uns damit selbst klein halten. Dagegen werde ich angehen, weil ich gar nicht einsehe, dass wir uns von irgendwelchen blöden Überzeugungen, die gar nicht stimmen, zurückhalten lassen.

Deswegen habe ich für dich zum Abschluss ein kleines Interview herausgesucht. Allein wenn ich die ersten Worte höre, schießen mir sofort die Tränen in die Augen. Was diese Frau getan hat und welche Auswirkungen ihre Bücher auf die Welt haben, ist unglaublich.

Hinweis: Da das Video knapp eine Stunde geht und wirklich, wirklich toll ist, schreib am besten zuerst deinen Kommentar. Denn danach wirst du sicherlich abgelenkt sein und anderes im Kopf haben. Stichwort: Fokus.

Alles Liebe, Ally

*Bei den Links mit Stern handelt es sich um Affiliate-Links. Das bedeutet, wenn du das Buch über meinen Link kaufst, erhalte ich einen kleinen Bonus. Dich kostet es keinen Cent.

 

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6 thoughts on “Autorentagebuch: Hier fängt die Reise an

  1. Um 05:00h? Morgens? Da bin ich noch nicht mal fähig, meinen Namen zu schreiben, geschweige denn Bücher.
    Ich bin eigentlich ein Nachtmensch und schreibe, wenn ich Urlaub habe, am liebsten zwischen 23:00 und 03:00h …
    Dann kommt es mir so vor, als würde die Kreativität besonders „dick in der Luft hängen“.
    Das mit der Bibliothek ist übrigens eine schöne Idee. Werde ich mal ausprobieren.
    Auch dir viel Erfolg mit deinen Projekten!

    1. Ich arbeite von 9 bis 18, manchmal auch 19 oder in selteneren Fällen 20 Uhr. Danach geht nix mehr bei mir. Und wenn ich rechne, dass ich um 8 los muss und ca. eine Stunde brauche, um mich fertig zu machen, bleibt nur noch 5 Uhr, wenn ich wirklich zu was kommen will. *g*
      Man gewöhnt sich aber daran. Es gab auch Zeiten, in denen ich um 3 Uhr früh zum Training bin, um es vor der Arbeit zu schaffen.

      Wenn ich frei habe, dann switche ich aber auch ganz schnell zum Nachtmensch und werde so ab 23 Uhr erst wirklich aktiv. Ich bin zum Glück so ein wechselwarmer Mensch, der beides kann. 😀

      Danke dir!

  2. Hallo zusammen. Ich schreibe seit nunmehr 16 Jahren. Buch Nr. 7 ist in Arbeit, gleichzeitig überarbeite ich Buch 6, das jetzt endlich als ebook erscheint und Buch 4, weil ich es satt habe, dass sie nur in der virtuellen Schublade liegen. Außerdem gibt es da Notizen zum Folgeband von Buch 6 und angefangene Gute Nacht Geschichten. Klingt grossartig, nicht? Die nicht ganz so rosarote Wahrheit ist, dass es mir nicht anders geht, als euch. Der „Brotjob“ frisst 9 Stunden des Tages und gerne auch mal Wochenenden und an ganz vielen Abenden will ich nur noch Couch und TV. Oft nehme ich den Laptop mit auf die Couch, was nicht immer bedeutet, dass ich dann auch schreibe, in vielen Fällen gewinnt das (meist öde) Fernsehprogramm. Trotzdem könnte ich nie aufhören zu schreiben und freue mich auf jeden Moment, den ich dafür abzweigen kann. Da mir irgendwann allerdings die Decke auf den Kopf fällt, habe ich mir angewöhnt, mit dem Laptop auf Entdeckungstour zu gehen und tolle und außergewöhnliche Cafés zum Schreiben zu suchen. So komme ich raus, unter Menschen und schreibe. Perfekt!

    1. Hallo Nicole,

      dann nimmt dich deine Arbeit ja noch mehr in Beschlag als meine. Ich finde es großartig, dass du trotzdem so viel auf die Beine gestellt hast bisher und weiter dranbleibst!

      Das mit dem Cafè ist eine tolle Idee! Ich habe früher mal jeden Samstag in der Bibliothek geschrieben und es als eine Art „Büro“ benutzt. Mittlerweile schreibe ich lieber wieder zu Hause, weil ich hier an ganz faulen Tagen auch einfach im Schlafanzug tippen kann. Und weil meine aktuelle Schreibzeit um 5 Uhr beginnt, behakt sich das auch ein wenig mit den Öffnungszeiten der Bücherei. 😀

      Ich wünsche dir viel Erfolg weiterhin!

  3. Hallo Ally!

    Mein Name ist Juliane (haha, Hallo Selbsthilfegruppe 😀 ), ich schreibe seit mittlerweile 6 Jahren und mir geht es wie dir: Ich kann nicht aufhören. Es gab oftmals Zeiten, in denen ich die Seite angestarrt habe und dachte *gmpghslub*; du weißt schon, so Nonsens der einen durch den Kopf geht und rein gar nichts mit dem Projekt zu tun hat.
    Das ging eine ganze Weile, solche Phasen hab ich öfter mal, da passiert in meinen Projekten tatsächlich nichts. Aber dann kommt dieses Gefühl in mir hoch. Ein Kribbeln im Kopf, ein Klopfen in den Gedanken, ein Winken der Figuren und *ZACK* sehe ich ihre Geschichte vor mir und frage mich, warum ich das nicht gleich gewusst habe. Ich kann nicht aufhören!

    Seitdem ich wieder arbeite (mittlerweile schon seit über 2 Jahren), probiere ich regelmäßig einen neuen Tagesablauf, denn seien wir mal ehrlich, innerer Schweinehunde hin oder her, manchmal gibt es nichts Schwereres als morgens um 5 aufzustehen. Dann bleibe ich liegen. Dann gehe ich arbeiten. Dann komme ich nach Hause und mache Zeugs. Dann liege ich abends im Bett und weiß, wäre ich um 5 aufgestanden, wäre der Tag anders gewesen. Es wäre einfacher gewesen, Zeugs zu machen, weil ich gewusst hätte, dass mein Soll im Manuskript getan wäre. Dieses Gefühl, diese eigene Unzulänglichkeit, führe ich mir immer wieder vor Augen, gerade an den Tagen, an denen es wirklich nichts Schwereres gibt, als aufzustehen. Ich denke daran, wie gut ich mich den ganzen Tag fühlen werde, weil ich schon etwas geschrieben habe. Ich denke daran, dass ich nach der Arbeit mich um ande Dinge kümmern kann, ohne mich schlecht zu fühlen. Internetmarketing, Goodies herstellen, Ideen notieren – alles kein Problem, wenn meine Hauptaufgabe schon erledigt ist. Auch mal ne Stunde lesen.

    Es ist nicht immer einfach, Kind, Brotjob, Alltag, Arbeit unter einen Hut zubekommen und meistens stecke ich selbst zurück. Es gab eine Zeit, in der habe ich versucht, herauszufinden, was wichtiger ist. Klar, der Brotjob. Er bringt Geld und ich mache ihn wirklich verdammt gern! Darauf meinen Fokus zu legen ging nur kurz gut, denn auch meine Schreiberei gehört einfach zu mir. Ich bin beides, ich kann nicht nur eins sein.
    Und deswegen sitze ich Sonntagabend an meinem Kalender, notiere Termine, Arbeitszeiten, Blogzeiten und Schreibzeiten. Und Freizeit, versteht sich von selbst. Aber es ist kein starres Gerüst, es muss wandelbar sein, sonst kommt mein schlechtes Gewissen wieder. Ich habe mir es auch abgewöhnt, viele Aufgaben auf einen Tag zu legen. Eine Aufgabe pro Tag. Habe ich die geschafft und bin noch in meiner Zeit, dann schön! Ich brauche aber dieses Spielraum, denn womöglich möchte ich auf Arbeit mit einer Kollegin noch einen Kaffee trinken. Dafür will ich auch Zeit haben. Dann komme ich eben 30 min später nach Hause. Egal, denn ich habe meinen Puffer.

    Ohne diese sozialen Interaktionen wäre ich 1. unaustehlich 😀 und 2. für mich als Autorin liegt darin Inspiration. Und außerdem liebe ich Kaffee! 😀
    Einen Plan zu haben ist für mich essentiell, aber er muss weich und biegsam sein. Ich denke, dann kann man das alles gut schaffen, auch wenn es länger dauert, weil die Schritte kleiner sind. Aber alles ist besser, als stehen zu bleiben!

    So, jetzt hab ich den roten Faden verloren. Egal, ich hoffe, meine wirren Gedanken sagen dir irgendwas. 😀
    #team5am

    Liebe Grüße
    Juliane

    1. Hallo Juliane (im Chor), vielen Dank für deinen tollen Kommentar! Ich liebe ihn. <3

      Es tut wirklich gut, zu lesen, wie es anderen so geht und dass sie mit den selben Problemen zu kämpfen haben. Das mit der einen Aufgabe pro Tag habe ich für mich gestern auch festgelegt - und bin grandios gescheitert, weil ich einkaufen gehen musste und danach so müde war, dass wieder das glamouröse Autorenleben (-> Couch) zuschlug. Vor allem hatte ich im Kopf: „Morgen ist ja Feiertag da musst du ja jetzt Abends nichts mehr machen“. Und zack -> wieder ein Tag ohne Schreiben ins Land gegangen.

      Ich bin echt froh, dass es unser Team 5 am gibt, denn das hilft mir manchmal schon dabei, aufzustehen, wenn es hakt. Ich denke mir dann: „Juliane wartet mit ner Tasse Kaffee im Chat, ich muss da sein“. 🙂

      „Alles ist besser als stehen zu bleiben“ -> Da stimme ich dir zu 100% zu! Deshalb werden wir einfach weiter machen. <3

      Liebe Grüße,
      Ally

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